biografie (deutsch)
Als Stephen in England das Licht der Welt erblickte, befand sich das Königreich gerade im Taumel der „Swinging Sixties“, George Best, Twiggy und dem echten Brit-Pop. Das Land feierte dank eines russischen Linienrichters immer noch den WM-Endspiel-Sieg über Deutschland. Eines Tages in diesem Jahr 1966, nachdem der kleine Stephen auf der Rückbank des Mini Coopers verstaut war, sein Vater sich den Staub von den spitze Schuhen gewischt und seine Mutter ihre todschicke Turmfrisur gerade gerückt und den Minirock glatt gestrichen hatte, ertönten die Beatles im Autoradio. Das war vermutlich der Moment, in dem alles begann..
Spulen wir zehn Jahre vor: Stephen und sein Bruder bekommen beide Gitarren von Woolworth zu Weihnachten und üben, bis sie ein paar Akkorde zusammen haben. In der Zwischenzeit hatte sich die Welt jedoch weitergedreht. Disco war schon wieder „out“, und den tiefen Gefühlen zu wenigstens einem Abba-Mitglied zum Trotz, verliebte sich Stephen in die Plattensammlung seines Bruders: The Clash, The Damned, The Vibrators, Sex Pistols, Elvis Costello, Squeeze, The Only Ones, Generation X, Talking Heads, Television etc. Gleichzeitig entdeckte Stephen den Rock’n’Roll, dem die Punk-Heroen seines Bruders eigentlich den Gar ausmachen wollten. Und Stephen lernte ihn zu spielen: In der eiskalten Garage mit seinem schäbigen Verzerrer spielte er stundenlang zu den Platten von Led Zeppelin, Deep Purple, Pink Floyd, The Who, AC/DC und den Stones.
Es wurde Zeit für eine Band – The Revs. Ihr erster Gig fand im Pier Ballroom in Redcar, innerhalb eines Talentwettbewerbs statt. Die Jury war allerdings von ihrer Art der Jugend-Bewegung – furchtbar gespieltem Punk-Rock und wilder Flucherei – wenig begeistert. The Revs wurden letzte, mit riesigem Abstand. Glücklicherweise sahen das nicht alle so und die Band bekam etliche Engagements. Während der nächsten fünf Jahre war Stephen so etwas wie das Ungewöhnliche, ein spezieller Fall: Er brauchte eine behördliche Sondergenehmigung, um als Minderjähriger in Bars und Clubs auftreten zu dürfen. Die Band machte ihre Sache gut, lernte dazu und zahlte ihren Tribut. Wieder ein paar Jahre später war Stephen ein Teenage-Rebell ohne Plan, hing mit älteren Typen rum, die irgendwie cooler wirkten als er, und erfuhr einiges mehr über die dunkle Seite des Rock’n’Roll – Iggy und die Stooges, The MC5, The Velvet Underground, The New York Dolls. Er sah die Stones jetzt in einem anderen Licht. Nach ein paar Frisur-Experimenten und Haarfarben, legte er sich eine Mähne und Kajal zu. Stephen schmiss die Schule und zog in die große Stadt, um dort sein Glück zu suchen.
So richtig gefunden hat er es nicht. Stattdessen hat es ihn eigentlich nur einen Haufen Geld gekostet. Aber er hat dafür gewaltig dazugelernt, traf einige echte Coole, war bei MTV zu sehen und sammelte eine Menge Erfahrungen. Doch in den Hochtagen seiner Twen-Jahre bekam Stephen plötzlich Psoriasis-Arthritis, eine Gelenkerkrankung, die ihn hart traf und seine Hände und Füße schwer schädigte. Einige Jahre war es ihm unmöglich, Gitarre zu spielen. Doch langsam erholte sich der sympathische Engländer und griff bei der ersten Gelegenheit sofort wieder zur Gitarre. Seit damals hat er zwar zwei Dinge verloren, die Haare und den Kajal, aber Stephen spielte mit verschiedenen englischen Bands wie den „Weekend Millionaires“, „Tuesday Sometimes“ und „Sod’s Law“. Außerdem schrieb und spielte er sein eigenes Material in der Pub-Szene seiner Heimat.
2005 zog Stephen nach Deutschland, wo er sich als Solo-Künstler hauptsächlich quer durch Baden-Württemberg spielt. Außerdem stieg er als Gitarrist bei der ausgezeichneten Stuttgarter Band Fireball ein, die sich mit ihrem professionellen Classic-Rock nicht nur im Süden Deutschlands sondern national wie auch im benachbarten Ausland einen Namen gemacht hat.
Stephen ist mittlerweile ein geachteter und sehr beliebter Sänger und Gitarrist, der, frei nach Marlon Brando, „einmal eine große Nummer hätte sein können“. Heute bringt er dafür einen großen Erfahrungsschatz und absolute Hingabe mit, wenn er sich auf die Suche macht nach einem guten Publikum, das gute Musik und einen guten Auftritt zu schätzen weiß, und Männer mit vielleicht nicht mehr ganz so vielen Haaren auf dem Kopf….
Sollte das nach Dir klingen, komm einfach mal auf einen Gig vorbei und sag hallo.






